Nach einem Kaiserschnitt entsteht an der Gebärmutter eine Narbe.
Bei manchen Frauen heilt diese Narbe nicht vollständig aus – es bildet sich eine kleine Vertiefung oder Aussackung in der Gebärmutterwand, die sogenannte „Nische“ (medizinisch: Isthmozele). Diese Nische kann wie eine kleine Tasche wirken, in der sich Blut oder Flüssigkeit sammelt.
Eine Nische kommt häufig vor: Je nach Untersuchungsmethode wird sie bei bis zu 60 % der Frauen nach Kaiserschnitt gefunden. Viele Frauen haben keinerlei Beschwerden und benötigen keine Behandlung.
Welche Beschwerden können auftreten?
Nicht jede Nische verursacht Probleme. Mögliche Beschwerden sind:
- Verlängerte oder unregelmäßige Blutungen nach der Periode (z. B. bräunliche Schmierblutungen über mehrere Tage)
- Zwischenblutungen
- Unterleibsschmerzen oder Schmerzen während der Periode
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Unerfüllter Kinderwunsch (sekundäre Unfruchtbarkeit)
Wie wird eine Nische festgestellt?
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung über die Scheide (transvaginaler Ultraschall). In manchen Fällen wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung mit Kochsalzlösung (Sonohysterographie) oder eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt, um die Nische genauer beurteilen zu können.
Muss eine Nische immer behandelt werden?
Nein. Wenn keine Beschwerden bestehen und kein Kinderwunsch vorliegt, ist in der Regel keine Behandlung notwendig. Eine Behandlung wird empfohlen, wenn:
- deutliche Beschwerden bestehen (z. B. anhaltende Blutungsstörungen oder Schmerzen)
- ein Kinderwunsch besteht und die Nische als mögliche Ursache für die Unfruchtbarkeit gilt
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Medikamentöse Therapie: Bei leichten Blutungsstörungen kann die Einnahme der Antibabypille oder anderer Hormonpräparate die Beschwerden lindern.
- Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie): Über die Scheide wird eine kleine Kamera in die Gebärmutter eingeführt. Das Narbengewebe am Rand der Nische wird abgetragen, damit Blut besser abfließen kann. Dieser Eingriff ist schonend und wird in der Regel ambulant oder mit kurzem stationärem Aufenthalt durchgeführt. Er eignet sich vor allem, wenn die verbliebene Muskelschicht der Gebärmutterwand noch ausreichend dick ist.
- Bauchspiegelung (Laparoskopie): Über kleine Schnitte am Bauch wird die Nische von außen freigelegt, das Narbengewebe entfernt und die Gebärmutterwand wieder vernäht. Dieser Eingriff kommt vor allem in Frage, wenn die Gebärmutterwand an der Nische sehr dünn ist oder ein Kinderwunsch besteht und eine Verstärkung der Wand gewünscht wird.
- Kombinierter Eingriff: In manchen Fällen werden Gebärmutterspiegelung und Bauchspiegelung gleichzeitig durchgeführt, um die Nische von innen und außen optimal zu versorgen.
Welches Verfahren für Sie am besten geeignet ist, hängt von der Größe und Tiefe der Nische, der Dicke der verbliebenen Muskelschicht, Ihren Beschwerden und Ihrem Kinderwunsch ab. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird dies individuell mit Ihnen besprechen.
Was ist nach einer Operation zu beachten?
- Nach einer operativen Korrektur wird empfohlen, mindestens 3-6 Monate mit einer Schwangerschaft zu warten, damit die Narbe gut ausheilen kann.
- Ultraschallkontrollen nach dem Eingriff sind sinnvoll.
Haben Sie Fragen?
Bitte sprechen Sie uns jederzeit an – wir beraten Sie gerne individuell zu Ihrer Situation.
