Hintergrund
Viele Frauen leiden – insbesondere nach den Wechseljahren oder nach vaginalen Geburten – unter Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, einem Gefühl der vaginalen Weitung oder unwillkürlichem Urinverlust. Diese Beschwerden sind häufig und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Neben der bewährten Hormontherapie steht mit der vaginalen Laserbehandlung (FemiLift) ein modernes, nicht-hormonelles Verfahren zur Verfügung.
Was ist FemiLift?
FemiLift ist ein fraktionierter CO₂-Laser, der speziell für die Behandlung der Vaginalschleimhaut entwickelt wurde. Über eine 360°-Sonde werden feine Laserstrahlen auf die Scheidenwand abgegeben. Diese erzeugen kontrollierte Mikroläsionen im Gewebe, die den natürlichen Heilungsprozess anregen. Dadurch wird die Neubildung von Kollagen, Elastin und Blutgefäßen stimuliert – die Schleimhaut wird dicker, besser durchblutet und elastischer.
Anwendungsgebiete
– Scheidentrockenheit, Brennen und Juckreiz nach den Wechseljahren (genitourinäres Syndrom der Menopause)
– Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
– Vaginale Laxität, z. B. nach vaginalen Geburten
– Leichte Belastungsinkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust bei körperlicher Belastung)
– Frauen, die keine Hormontherapie anwenden können oder möchten (z. B. nach Brustkrebserkrankung)
Behandlungsablauf
Die Behandlung erfolgt ambulant in der Praxis und dauert ca. 15–20 Minuten. Eine Betäubung ist in der Regel nicht erforderlich. Es werden üblicherweise 3 Sitzungen im Abstand von jeweils 4 Wochen durchgeführt. Nach der Behandlung ist keine Ausfallzeit nötig. Auf Geschlechtsverkehr sollte für ca. 5–7 Tage verzichtet werden.
Wissenschaftliche Evidenz
Die bisherige Studienlage zeigt ermutigende Ergebnisse:
– Eine systematische Übersichtsarbeit mit über 1.150 Patientinnen zeigte eine signifikante Verbesserung von Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz, Brennen und Beschwerden beim Wasserlassen nach CO₂-Laserbehandlung.
– In randomisierten kontrollierten Studien war die Laserbehandlung einer Scheinbehandlung (Placebo) hinsichtlich Symptomverbesserung und Patientinnenzufriedenheit überlegen.
– Eine aktuelle Übersichtsarbeit mit 34 Studien und 1.775 Teilnehmerinnen bestätigte die Wirksamkeit bei vaginaler Laxität mit milden, rasch abklingenden Nebenwirkungen.
– Die Wirkung hält in der Regel über 12 Monate an. Langzeitdaten über 2 Jahre zeigen, dass die Ergebnisse leicht nachlassen, aber weiterhin deutlich über dem Ausgangsniveau liegen. Etwa ein Drittel der Patientinnen benötigt nach 2 Jahren eine Auffrischungsbehandlung.
– Die Patientinnenzufriedenheit liegt in den Studien bei bis zu 95 %.
Die Evidenzqualität wird in der Fachliteratur insgesamt als niedrig bis moderat eingestuft.
Verträglichkeit und Nebenwirkungen
Die Behandlung gilt als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind leichtes Brennen oder Wärmegefühl während der Behandlung, vorübergehende Rötung, leichter Ausfluss sowie gelegentlich leichte Beschwerden beim Wasserlassen. Schwerwiegende Komplikationen wurden in den bisherigen Studien nicht berichtet.
Gegenanzeigen
– Aktive vaginale Infektionen oder Blutungen
– Schwangerschaft
– Höhergradiger Beckenorganvorfall (ab Grad III)
– Unklare gynäkologische Befunde, die zunächst abgeklärt werden müssen
Wichtige Hinweise
– Die FemiLift-Behandlung ist keine Kassenleistung und wird als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) privat abgerechnet.
– Vor Behandlungsbeginn ist eine gynäkologische Untersuchung erforderlich, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.
– Bei schweren Formen der Inkontinenz oder Senkungsbeschwerden kann eine operative Behandlung besser geeignet sein.
Für eine individuelle Beratung vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis.
